...kleiner Nachtrag zum Belvedere Hotel...,
wenn jemand nebenan aufs Klo geht, knirschen die Dielen im Zimmer (sind wohl
die selben), als würde der Sensemann neben einen stehen, kurz drüber
erschrocken, klärt die Klospülung auf, das es doch nicht so ist... Das
Frühstück war allerdings gut.
Stonehaven hatte ich ja hauptsächlich deshalb
als ersten Stopp gewählt, weil in der Nähe eine der größeren Burgruinen liegt.
Das Dunnottar Castle war daher auch die erste Station des heutigen Tages.
| Fällt irgendwie auf : Dunnottar Castle |
Als
ich gestern an der Strandpromenade unterwegs war, sah ich am Ende der Bucht den
Wegweiser zum Castle mit 2,5 Meilen also etwa 4 Kilometer. Mit dem Auto muß man
etwas weiter fahren und wenn man da ist, hat man einiges zu laufen und zu
ersteigen, gut das ich gerade nichts mit den Haxen habe. Dunnottar Castle ist
eine Burgruine, die mit der schottischen Geschichte ziemlich eng verknüpft ist.
Am spektakulärsten war, das hier die schottischen Kronjuwelen vor der Armee
Oliver Cromwells versteckt wurden, aber auch vieles andere, was z.B. bei
Wikipedia sehr ausführlich aufgelistet ist.
| Eine gut gepflegte Ruine mit viel Geschichte |
Der größte Trumpf dieser Burg
allerdings ist seine Lage auf einem Felsen direkt an der Nordsee. 2013 gab es eine weltweite Abstimmung für ein
achtes Weltwunder und Dunnottar Castle belegte den siebten Platz, muß man auch
erstmal machen... Nunja, nach einigen
Treppen war ich dann vor Ort, das Wetter war recht feucht und man mußte
teilweise aufpassen, nicht auszurutschen, der Eintritt kostete 7 £ und die
Sehenswürdigkeit war bereits am frühen Vormittag gut besucht. Ich glaube sogar,
das dort prozentual deutlich mehr deutsch gesprochen wurde als im Wedding und
Gesundbrunnen... Ein sehr imposanter Ort, leider war das Wetter nicht so gut,
das ich darauf verzichtete, die Burg noch aus anderen Perspektiven zu
fotografieren, das Vorhaben hätte auch Dank wiederholt ungeeigneter Schuhe im
Schlamm enden können.
| ...das meinte ich mit Wegen abseits der Touristenströme... |
| Fettercairn Distillery |
Der nächste Programmpunkt war die Besichtigung der
Fettercairn Distillery, nur etwa 20 min mit dem Auto entfernt. Fettercairn
gehört wie auch Dalmore und Jura zu Whyte & Mackay und hat ein
Visitorcenter, man kann die Brennerei also offiziell besichtigen. Zum
Eintrittspreis von 5 £ erhält man eine etwa einstündige Führung und einen Dram,
welches der Standard Fettercairn Fior ist. Der Guide war ein älterer Herr
namens Rob und der hat das ganz sympathisch gemacht. Fotografieren war leider
nicht erlaubt, aber undercover habe ich trotzdem ein paar Bilder
rausgeschmuggelt...
| Fettercairn - Stillroom |
Eine Besonderheit, die ich noch nirgendwo anderes gesehen
hatte, war ein Wasserring über den Spiritstills, der diese aussehen lies, als
sollten sie einen Zimmerbrunnen imitieren. Man ist der Meinung das diese
Vorgehensweise die Öligkeit des New Make lindert... nun ja...
Eigentlich müsste
Fettercairn ja die Lieblingsdistille aller kleinen Mädchen sein, ist das Symbol
doch ein... Einhorn... Mama, ich will Einhornwhisky !... nein Bilder aus...
| Einhornwhisky |
Zum Kaufen gab es übrigens nix gescheites,
also kein Distillery Exclusive oder ähnliches.
| Edzell Castle - Renaissancegarten |
| Die Ruinen von Edzell Castle |
Bei der nächsten Station ging es dann wieder
um Geschichte bzw. Architektur : Edzell Castle. Etwas außerhalb der Ortschaft
Edzell liegt die Ruine des Edzell Castle, deren Ursprünge auch ins Mittelalter
zurück gehen, das was davon aber noch zu sehen ist, stammt eher aus dem 16. Und
17. Jahrhundert. Besonders schön kommt der Kontrast aus dem roten Sandstein und
den absolut Top-gepflegten Gartenanlagen. Es gibt dort einen selten gut
erhaltenen Renaissancegarten. Mein Aufenthalt dort war besonders schön, da ich
weit du breit die einzige Menschenseele war (ganz im Gegenteil zum Dunnottar
Castle) ...so macht es Spaß, durch die stummen Zeugen der Geschichte zu wandeln
und sich vorzustellen, was wohl vor ein paar hundert Jahren hier los war.
Weiter ging es nach Brechin, was dann auch die
heutige Residenz ist. Die Unterkunft heißt Townhead House, liegt einen
Steinwurf davon entfernt, wo einmal die Brennerei North Port stand und ist (bis
jetzt) absolut zu empfehlen. Alles was gestern in Stonehaven gefehlt hat, ist
hier spitzenmäßig. Sehr geschmackvoll, moderne Ausstattung mit traditionellem
Stil. Schade, daß es nur eine Übernachtung ist. In Brechin gibt es noch eine
Kathedrale mit einem Rundturm (in Schottland sehr selten, in Irland häufiger
erhalten), etwa 1100 entstanden und schwer zu fotografieren, da die Kirche
irgendwie eingekesselt ist.
![]() |
| ...dann auch noch tiefe Sonne... Brechin Cathedral |
Den Abend ließ ich im Caledonian ausklingen, einem
Pub mit ziemlich guter Bierauswahl, hervorragender Küche und nettem Personal.
Schade, ich hatte den Eindruck der Laden läuft nicht richtig, die meiste Zeit
war ich der einzige Gast und der Laden ist nicht gerade klein... Manuel, der
spanische Barkeeper erzählte das Brechin vom Strukturwandel betroffen ist, der
besonders in der Ölindustrie gerade stattfindet.
Mir fielen auch überdurchschnittlich viele
verlassene Häuser auf... schade eigentlich, denn ich finde Brechin hat schon
etwas..., auch wenn hier wirklich der Hund begraben ist..., doch das muß hier
sein...
Morgen Vormittag steht eine Privatführung mit
dem Distillerymanager von Glencadam an, das ist die noch verbliebene Brennerei
hier in Brechin. Danach geht es noch neben ein paar Gebäuderesten Richtung
Dunfermline, wo ich für 3 Nächte aufschlagen werde.

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