...die Überschrift deutet es bereits an :
heute wird’s nicht langweilig, es gibt vor allem einige Kilometer zu
schrubben... Der checkout vom City Hotel Dunfermline fiel mir nicht so
schwer... mein erster Eindruck war ja ganz gut, aber im Nachhinein war der
einzige Vorteil die (ja, doch...) ziemlich brilliante Lage. Das Zimmer war auch
ok, aber ohne funktionierendes wi-fi macht das keinen Spaß. Ich hatte viermal
Bescheid gesagt, es funktionierte mal ein paar Stunden (aber auch nur äußerst
dürftig), danach wieder nicht. Die brilliante Lage hat auch für all die einen
Nachteil, die Ruhe wünschen. Gerade am
Wochenende war im Hotel und drumherum ein Riesenremmidemmi..., mich hat es kein
bisschen gestört, aber das nur zur Info.
![]() |
| ...das nenn ich mal Brücke... übrigens 2500 m lang... von 1890!... |
![]() |
| ...so viel Stahl gibt es nicht auf dem größten Schrottplatz !... |
Heute ging es Richtung Süden, tief in die
Lowlands. Station #1 waren die Brücken über den Firth of Forth. Es stand ja
neulich weltweit in allen Gazetten, das mit der neuen Queensferry Bridge
westlich von Edinburgh eine Brücke mit neuen Superlativen eröffnet hat. Am
04.09. war die Queen hier und hat das Bauwerk eingeweiht. Auf dem Weg in den
Süden Schottlands musste ich hier sowieso vorbei und machte einige Aufnahmen,
allerdings weniger von der neuen Brücke, auch nicht so viel von der mittelältesten
Brücke, sondern von dem Baudenkmal und Weltkulturerbe Forth Bridge von 1890.
Ich habe mich im Vorfeld informiert, wo man gute Aufnahmen machen kann, das
geht gut, wenn man Albert Hotel Queensferry in die Navigation eingibt.
Plötzlich steht man wie ein kleiner Junge vor einem Megateil aus Stahl, der so
gewaltig ist, das ein darüberfahrender Zug zwar zu hören ist, aber nicht weiter
auffällt. 1890 war es die Brücke mit der größten Spannweite weltweit, das hielt
immerhin 30 Jahre lang, dann wurde man in Kanada weiter... und es ist die erste
Brücke dieser Dimension, die komplett aus Stahl errichtet wurde. Etwa 5000
Arbeiter waren dabei, etliche überlebten nicht, ein Gedenkstein auf dem
öffentlichen Parkplatz listet die Namen auf.
Eigentlich wollte ich noch ein
paar andere Aufnahmen besonders von der neuen Brücke machen, aber erstens hatte
ich schon genug von der alten im Kasten, dann benutzte ich auch noch eine
Navigation, welche die neue Brücke noch garnicht kannte und mich andauernd auf
die alte schicken wollte... ich hab das recht spät kapiert und damit Zeit
verloren, aber egal... Trotzdem war es im Nachhinein richtig, mit Navigation zu
fahren (was ich sonst eigentlich ablehne), die großen Straßen in Schottland,
besonders um Edinburgh sind vom allerfeinsten ausgebaut, ich glaube nicht, das
daß in Deutschland besser gemacht wäre, nur die ganz großen Kreisverkehre mit 5
Spuren auf jeder Seite und ebenso vielen Optionen machen mir manchmal etwas
Kopfzerbrechen... heute war ich allerdings immer richtig... Nächstes Ziel war
die Glenkinchie Distillery, die sich ja auch Edinburgh Malt nennt... haha...
das wäre ungefähr so, als das sich Spandau oder Brandenburg a.d. Havel als Berliner
Stadtteile bezeichnen würde... Ganz weit draußen, wo sich Fuchs und Hase
Gutenacht sagen, liegt die Glenkinchie Distillery.
| ...Glenkinchie.. die Stills, hätte ich nicht heimlich fotografieren müssen, sähe es besser aus... |
![]() |
| #fuchs#hase#goodnight#glenkinchie |
Teil der Classic Malts of
Scotland ist die Brennerei sogar ziemlich bekannt. Für mich persönlich war es
ein Besuch um eine weitere Destille abzuhaken, in diesem Falle #66, aber
irgendwelche Erwartungen hatte ich eigentlich nicht. Der Guide William, ein
Herr jenseits der 60 machte die Tour allerdings so gut, das ich begeistert war
und mir von seinen Ausführungen sogar noch einiges abgucken kann, ein Glücksfall
für Diageo. Die Distillery Exclusive Abfüllung hat mich (außer vom Preis) auch
überzeugt und da ich noch nicht viel im Koffer hatte, darf eine Flasche
trotzdem nach Berlin.
![]() |
| ...irgendwo hier liegt das Herz von Robert the Bruce... |
Nächster Punkt : Melrose Abbey : Wer in den letzten 2-3
Tagen diesen Blog mitgelesen hat weiß das ich eine gewisse Schwäche für
desolate Gebäude aus längst vergangenen Zeiten habe, die Melrose Abbey ist eine
Ruine einer ziemlich großen Klosterkirche, welche nach der Reformation zerstört
wurde und als Ruine sehr gut gepflegt wird. Ein Besucherhighlight ist die steinerne
Darstellung eines Schweines, was Dudelsack spielt... da sach noch mal einer,
die hätten im Mittelalter gar keinen Humor gehabt... Um die Ecke gibt es dann
noch einen berühmten Aussichtspunkt von Schottland : Scott’s View.
Der berühmte
schottische Poet Walter Scott (1771-1832) mochte diesen Ausblick sehr gerne und
ich kann ihn verstehen. Im übrigen verstehe ich nicht recht, warum die Lowlands
ihren Namen haben, in anderen Regionen der Welt, würde man sie warscheinlich
als alpin bezeichnen... Also flach ist anders... Weiter ging es jetzt Richtung
Annan und der Brennerei Annandale. Das musste jetzt einigermaßen zügig gehen,
da um 16:00 Uhr die letzte Führung war. Nicht zuletzt weil heute Sonntag war,
ging das ganz gut und um 5 vor 4 durfte die Kollegin, die warscheinlich bereits
im Feierabendmodus war, noch eine Privatführung für McLarsen machen.
![]() |
| Annandale : Wiedergeburt nach 90 Jahren |
Das ist
ihr letztendlich nicht schwergefallen, wir konnten viele Sachen abkürzen und
uns auf das konzentrieren, was mich interessiert. Annandale wurde 1830
gegründet, wurde zeitweise von Johnnie Walker betrieben aber 1924 komplett
stillgelegt. 90 Jahre sollte es dauern, bis 2014 der erste Tropfen New Make aus
den neuen Stills liefen. Ein ortsansässiges Ehepaar, in der Wissenschaft beheimatet
und nicht unvermögend kauften die Ruinen und erweckten es zu neuen Leben. Mein
Eindruck war sehr positiv, tolles Projekt, ich denke davon werden wir noch viel
hören. Letzter Programmpunkt war heute das Erreichen der Nachtresidenz:
Dumfries Villa in ... Dumfries. Das B&B macht einen sehr guten Eindruck...
vor allem das gängige W_LAN beeindruckt mich mach 3 Tagen Stümperei... Viel zu
sehen gibt es hier nicht, eine Brücke namens Devorgilla Bridge von 1463 oder so
ist die Hauptattraktion hier. Später hatte ich meine Probleme irgendwo Bier zu
trinken, was gescheites war nicht dabei, wo ich noch die Bar Tam 'O Shanter Inn
als Gewinner präsentieren kann.
...nun... der Tag war umfangreich, morgen geht es weiter und der Ort von
dem ich berichten werde, heißt Stranraer. Gute Nacht.![]() |
| Devorgilla Bridge in Dunfries... wie gemalt..., is aber nur iPhone... |









Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen