Jeden Tag wenn ich diesen Blog schreibe, wunder ich mich über die
Tageszahl... 11 schonwieder... wie doch die Zeit vergeht. Heute stand die Reise
zur letzten Etappe an, nämlich nach Dufftown. Vorher gab es jedoch noch einen
Abstecher nach Pitlochry, wo ich die Edradour Distillery besichtigt habe.
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| Hübsch ... die ehemalige Mälzerei... |
Früher warb die immer noch putzig kleine Brennerei damit, die kleinste in
Schottland zu sein. Damit ist seit ein paar Jahren Schluß, es gibt sogar
mehrere Farmdestillen, die noch kleiner als Edradour sind, zeitgleich wird
Edradour auch immer größer, derzeit werden zusätzliche Lagerhäuser gebaut. Ich
war ausversehen schon etwas früher vor Ort, so konnte ich den Ort auch ohne
Menschen erleben. Kurz nach Öffnung um 10, war bereits eine größere Gruppe da,
welche dann auch die erste Tour war. Mir hat die Tour und Edradour persönlich
sehr gefallen. Normalerweise geht jede Tour durch die Produktion von Malz,
Mashtun, Washbacks, Brennblasen, Warehouse und zum Schluß ein Whisky. Edradour
hatte folgenden Ablauf : Begrüßung, Gang ins ehemalige Malzlager, dort gab es 2
Whiskys (alternativ den Sahnelikör), dazu ein Video. Danach ging es ins
Lagerhaus, danach in die Produktion (das ist echt nicht groß...) und zum Schluß
in den Shop mit kurzen unverbindlichen Kaufempfehlungen für Edradour und
Signatory Vintage Flaschen. Ich als Autofahrer war froh, daß die Whiskys am
Ende wieder weg waren... Für 7,50 £ ist Edradour absolut empfehlenswert,
fotografieren ist überall erlaubt und die Leute da sind nett. Edradour liegt ja
durchaus etwas abseits von Pitlochry, einem Ort, in dem man aufpassen muß, daß
einem kein Touristensenior vors Auto springt, ganz schön überlaufen, der Ort.
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| ...mit einer extra Treppe für die Lachse..., die schwimmen von unten nach oben... |
Ich besuchte danach noch den Pitlochry Dam, einen Staudamm mit Wasserkraftwerk
mitten im Ort. Es gibt ein Visitorcenter, in dem man informiert wird, wie die
Highlands ab der 1940er Jahre an das Stromnetz angebunden wurden, durch die
Errichtung von Wasserkraftwerken. Es liegt ja auch auf der Hand, mit den
teilweise extremen geografischen Begebenheiten vor Ort etwas gescheites
anzustellen. Eine besondere Attraktion dabei ist eine Fischtreppe, auf der die
Lachse an dem Staudamm vorbeigeführt werden. Dann ging es Richtung Speyside.
Ich fuhr die A9 Richtung Inverness und erwägte einen Stopp an der Dalwhinnie Distillery
zu machen, wenn es nicht wie aus Eimern schüttet, was über große Teile der
Strecke der Fall war. Bei Dalwhinnie, eine der höchstgelegendsten Brennereien
Schottlands an dem Ort, wo Schottland nachweislich am kältesten ist, machte der
Regen bei meiner Ankunft erstmal Pause und ich konnte ein paar Fotos machen.
Zufällig startete gerade eine Tour und ich machte sie mit, als Friend of the
classic malts of Scotland kostet das ja nix...
Die Tour (von der ich nix
erwartet hatte) war schlechter als gedacht, die Dame hatte einen immer gleichen
Singsang Vortrag, was schwer zu ertragen war (nicht das ich etwa zugehört
hätte, aber das nervt auch so...), naja aber jetzt war ich da auch mal und habe
somit jetzt 73 Whiskybrennereien besucht, einige davon mehrmals... (dafür
braucht man dann halt irgendwann nicht mehr zuzuhören...) Weiter ging es in die
Whiskyhauptstadt Dufftown. Ich bezog das übliche Commercial Hotel, was
neuerdings eine neue Bewirtung hat. Wie sich das auswirkt vermag ich heute noch
nicht zu sagen, werde es aber kundtun. Als ich das Haus dann verlies, stand
dann zufälligerweise meine Schwester und ihr Freund auf der Straße, kann ja mal
passieren (ok, es war nicht ganz zufällig...)
Wir gingen ins Stuarts Arms
essen, die beiden fuhren weiter in ihre Unterkunft nahe Aviemore und ich nahm
noch 2-3 Guinness im hoteleigenen Pub, in dem sogar das Bundesligaspiel
Bayern-Wolfsburg gezeigt wurde. Ich wurde oft gefragt für wem ich da bin, ich
konnte nur sagen „I hate them both“... Morgen melde ich mich live vom Autumn
Speyside Festival...






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